Bin ich Materialistin?

Brauche ich diesen Nebenjob wirklich? Braucht meine Familie tatsächlich zusätzliches Einkommen? Habe ich nur noch Geld im Kopf? Berechtigte Fragen, die mir mein Mann da stellt. Unbequeme Fragen. Ich antworte ihm, dass geburtstagsstarke Monate, eine neue Kleidergröße und Weihnachten vor uns liegt. Die Aussicht wieder knauserig und bangend das Jahresende zu verbringen, zerbricht mir den Kopf. Entspannt durch den Herbst und Winter bitte, mehr nicht. Keine zwei Wochen im Schweizer Chalet, aber mal spontan nen neuen 20 € Pulli für Bubi kaufen, weil er Zucker ist. Ist das falsch? Nein. Finde ich nicht. Die letzten drei Jahre waren hart. Mit Elterngeld und Teilzeit schwimmt man in neuen finanziellen Gewässern. Das haben wir schlecht kalkuliert und dann groß Hochzeit gefeiert. Und nun mag ich das Wohlfühlkonto wieder füllen. Werde ich es bereuen, wenn ich 8 Stunden pro Woche weniger zu Hause bin? Keine Ahnung, vielleicht. Wird es unsere Alltagsqualität erhöhen, wenn wir wieder spontan frühstücken gehen können? Erfahrungsberichten nach zu urteilen, eindeutig ja. Dennoch frage ich mich, ob ich nicht doch zu materialistisch orientiert bin? Befreit mich Second Hand shoppen nicht davon? Warum wünsche ich mir die Dinge, die ich mir wünsche? Und wie schaffe ich es mich vom Vergleichen zu lösen? Innere Zufriedenheit im Jetzt. Das ist mein Ziel. Erreicht habe ich es noch nicht. Und ich werde nicht drauf spekulieren, dass es im Alter ein Selbstläufer sein könnte. Ob ein Minijob der richtige Weg ist, ist fraglich. Reflexion ist der richtige Weg. Sie ist der Schlüssel. Besonders in Verschmelzung mit der Erkenntnis; gesund und geliebt zu sein.

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