Die Schubladen sind gefüllt mit Ideen, der Kopf ist in Träumen versunken, das Herz vollgestopft mit Leidenschaft. Was für eine Jahresabschlussbilanz. Seit meinem Eintritt in die arbeitende Gesellschaft, mit 16, habe ich das erste Mal kein Einkommen (Hallo Ende Elterngeld) und dennoch bin ich reich. Das Lachen meines kleinen Noahs, wenn ich ihn mit meinen Haussocken kitzele; der allabendliche Kuss meines Mannes, wenn er nach der Arbeit voller Freude zu Hause ankommt – das schafft kein Kontostand der Welt, jemals. Mein Leben ist prallvoll mit Liebe. Meine Ohren sind geflutet von wunderschönen Melodien. Und ich erlaube es mir, ohne schlechtes Gewissen, zu sagen, dass mir etwas fehlt (ja, ist mir schwer gefallen). Das einzige was mir wirklich fehlt ist die Möglichkeit diese Fülle auszuleben. Tatsächlich zu platzen und zu eskalieren in Kreativität und Musik. Die neuen Prioritäten als Mama und der Virus Sturm, der die gewohnte freie Entfaltung auf Eis gelegt hat, setzen mir Schranken, an die ich mich immer noch gewöhnen darf. Die Sehnsucht brennt in meinen Gliedern und 2020 hat keine Feuerlöscher auf Lager. Ein Luxusproblem, das mir im Moment das Einschlafen erschwert. Aber hey, auf der anderen Seite habe ich eine Tonne Vorfreude im Gepäck. Und eines schönen Tages dürfen wir uns wieder hemmungslos umarmen. Vermissen kann wunderschön sein, wenn in ihr, wenigstens ein bisschen, Gewissheit wohnt. Das sichere Wissen, dass das was fehlt wiederkommt. Ich habe es und bewahre es.

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