Es ist wieder passiert. Frisch gelandet im neuen Jahr (2019), nahm ich meinen lieb gewonnen Terminplaner „Ein guter Plan“ in die Hand und machte mir Gedanken über die kommenden 12 Monate. Das Cover des kleinen Büchleins kam mit einem Produktionsfehler bei mir an; einer der goldenen Buchstaben ist schwarz unterlaufen. Ich schmunzelte und freute mich über diese Unebenheit. Das Jahr würde nicht perfekt werden (als ob ich es ahnte), ich bin es nicht und das ist alles gut so. Verhältnismäßig wenig fixe Termine hatte ich für die Jahresübersicht parat – ein Konzert, zwei Festivals, eine Motorradausfahrt. Mr. & Mrs. Action haben noch nix groß vor im neuen Jahr – „na gut“ dachte ich, gehen wir es locker an.

Und dann – ungefähr einen Monate später – passierte es wieder. Es war noch immer der Beginn eines neuen Jahres, ich hatte Pläne, Ziele und Ideen und alles änderte sich an nur einem Tag. Ich konnte es nicht fassen, kann es manchmal noch immer nicht. „Life is happening while making plans“ – genau das. Am 14.02.2019 stellte ich fest, dass ich nicht mehr allein unterwegs war. Ganz überraschend tauchte er auf, dieser winzige Fleck auf dem Ultraschall und ich sagte: „Hallo Leben, hallo du neues kleines Leben.“ Nun trage ich ihn seit 37 Wochen bei mir, unseren kleinen Kürbis. Unsere kleine, wunderschöne Ungeplantheit.

37 Wochen lang war ich ganz intensiv im Leben versunken. Ein neues zu Hause musste her. Das Büro musste für meine Abwesenheit vorbereitet werden. Das Studium drängte auf Abschluss, der Umzug dann noch schneller. Die Prioritäten waren völlig neu gesetzt. Wenn mein Körper sagte schlafen, dann schlief ich, wenn er sagte hinsetzten, dann setzte ich mich. Die Gesundheit von Mini und mir ging über alles. Glücklicherweise war ich mit sehr viel Energie ausgestattet und hatte kaum Wehwehchen. Das sorgte allerdings auch dafür, dass das Stresslevel schnell Mount Everest Höhe erreichte. Genau wie mein Bedürfnis nach Nähe und Familie. So rückten Hobbys in den Hintergrund und ich powerte durch. 37 Wochen im Ausnahmezustand und er ist noch nicht vorbei, wohl aber (endlich) entschleunigt. Weder Kinderzimmer noch Studium sind fertig, doch ich bin entspannt. 2019 hat mich sehr ausgiebig Gelassenheit trainieren lassen. Heute sehe ich herab auf eine wunderbar pralle Murmel und zurück auf neun herrliche, aufregende Monate. Dass es tatsächlich 10 sind, hat mich auch überrascht 😉

Drei Wochen noch, dann soll das Küken schlüpfen. Drei Wochen noch, dann sind wir zu dritt. Es ist absolut unglaublich und vollkommen verrückt (ohne Scheiß!). Die Angst vor der großen Veränderung hat sich nie ausgebreitet, stattdessen erfüllen mich Stolz und Glück. Wieder einmal durfte ich neues sehen, erleben und lernen. Wieder einmal durfte ich wachsen – nicht nur der Bauch. Euphoriac hat sich anders entwickelt, als ich mir das vorgestellt habe. Das zu akzeptieren, war nicht ganz frei von „mimimi“. Unterm Strich habe ich allerdings ein dickes Plus auf dem Konto. Euphoriac und ich haben plötzlich ganz neue Möglichkeiten. Zu sehr planen werde ich aber nicht mehr, ich übe mich besser in spontaner Organisation. Es bleibt auf jeden Fall spannend meine Lieben, das ist mal sicher.

Wisst ihr, worauf ich am meisten stolz bin? Als klar wurde, wo die Reise 2019 hingeht, habe ich mir nur ein einziges Ziel gesetzt: Ich möchte nichts als Freude empfinden. Und tatsächlich ist mir genau das gelungen. Klar, hat mich Ungewissheit und Müdigkeit geplagt, doch nie lang genug, um die Freude zu bremsen. Vorfreude hat diese 37 Wochen angeführt und ich höre immer wieder, dass man mir das ansieht. Das macht mich happy!

Jetzt werde ich mich erneut etwas zurückziehen, wenn auch keine 523.000 Tage mehr und mich weiter freuen 🙂 Genießt die Herbstsonne und den Beginn der gemütlichen Jahreszeit. Ich werde ein bisschen dekorieren, ein bisschen studieren, hardcore relaxen und mir vorstellen wie unser kleiner Kürbis wohl aussehen wird <3

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