Ganz ehrlich, Silvester war beschissen. Nicht, dass ich nicht von netten Leuten umgeben war, im Gegenteil. Sie haben sich herzlich einer Fremden angenommen. Doch es waren Fremde. Ein sympathischer Haufen an Menschen, die sich alle ihr halbes Leben lang kennen. Ich gehöre nicht dazu. Vor einem Jahr war ich Gastgeberin, mit so einem Haufen an Menschen. Nicht das Jahr davor, doch das davor und die fünf Male davor. Das erste Silvester an dem ich nicht umgeben von Freunden und Familie war. Der erste Jahreswechsel an dem ich mir einsam vorkam und schrecklich vermisste. Eine neue Erfahrung, eine aus der ich etwas mitnehme. Was sich bisher immer ganz nebenbei und natürlich, entwickelte, bedarf jetzt etwas Starthilfe – Freundschaften pflegen und neue aufbauen. Kein Vorsatz für das neue Jahr, sondern ein ernsthaftes Ziel. Ich werde diese Worte aus meinem Kalender holen und ihnen Leben einhauchen.

2018 bleibt noch ein Weilchen in meinem Kopf, ich finde das menschlich. Ein kluger Mann sagte mir vor kurzem „Es ist gut wenn es noch weh tut, das bedeutet, dass es echt war.“ Eine Tatsache mit der ich gut leben kann, auch wenn sie gelegentlich zwickt.

Um es mit einem Songtitel zu sagen: „Not that easy“. Man wächst mit „einfach“ aber auch nicht.

Der Start in ein Jahr hat rein gar nichts über seinen Verlauf zu sagen, alles andere ist Zufall. Die Zufälle meinten es gut mit mir im letzten Jahr. Die kommenden 12 Monate lasse ich allerdings nicht einfach dahin plätschern, sonst wird nie eine Absolventin des Deutschen Journalistenkollegs aus mir.

Ganz ehrlich.. ehrlich sein ist hart. Ehrlichkeit ist mein wichtigster Wert für das Jahr. Stehe zu dem was du denkst, spreche es laut aus. Rede es nicht schön. Belüge dich nicht und niemand anderen. Sage was du siehst, habe keine Angst mehr. Heute beginne ich damit.

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